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Aufräumen in Brüssel?


In Brüssel wird aufgeräumt – aber nicht im besten Sinne.

Mit dem sogenannten Omnibus-Paket haben sich Rat und Parlament darauf geeinigt, die Schwellenwerte für CSRD-Berichtspflichten und die Sorgfaltspflichten nach CSDDD massiv anzuheben. Künftig reden wir nur noch über Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden und 450 Mio. Euro Umsatz, bei der Sorgfaltspflicht sogar ab 5.000 Mitarbeitenden und 1,5 Mrd. Euro Umsatz. In den Pressemitteilungen klingt das nach „Entlastung“, nach „Vereinfachung“ und „Wettbewerbsfähigkeit“.

Schaut man genauer hin, bleibt vor allem eines zurück: ein ziemlich verbeultes Thema Nachhaltigkeit.

In den vergangenen drei Jahren ist ein Berichtssystem aufgebaut worden, das zugleich zu viel und zu wenig wollte: zu viel, weil die ursprünglichen ESRS-Standards handwerklich schwach waren, voller Redundanzen, Unklarheiten und Detailanforderungen, die Unternehmen mit hunderten KPIs überzogen hätten. Zu wenig, weil diese Überfrachtung die eigentliche Sinnfrage nie überzeugend beantwortet hat: Wozu das alles – außer um ein Häkchen im Compliance-System zu setzen?

In vielen Unternehmen hat das enorme Ressourcen gefressen. Teams haben Frameworks entwickelt, Softwareplattformen gebaut, Daten gesammelt, Prozesse umgebaut – häufig ohne dass klar war, wie all diese Zahlen die strategische Ausrichtung und das operative Ergebnis am Ende wirklich verbessern sollen. Für eine tragfähige Nachhaltigkeitsstrategie bräuchte es eben nicht nur (wenige) gute Kennzahlen, die ins Geschäftsmodell greifen und erst recht nicht eine mehrhundertseitige Berichtsmaschine. Sondern Systeme, die den Großteil der Energie für die Transformation von Produkten, Geschäftsmodellen und Lieferketten vorsehen. Stattdessen wurde Energie in das Abarbeiten eines schlecht gebauten Korsetts gesteckt.

Dann kam der Rückwärtsgang. Die Rolle rückwärts seit Ende 2024 – Straffung der ESRS, Anhebung der Schwellenwerte, Entschärfung der Sorgfaltspflichten – war inhaltlich in manchem Punkt vernünftig. Aber kommunikativ ist sie ein Desaster. Denn in den Unternehmen stehen jetzt genau diejenigen im Gegenwind, die das Thema ernst genommen haben. Sie hören Spott von denjenigen, die immer gesagt haben: „Das setzt sich nie durch. Wartet ab, Brüssel rudert schon zurück.“

Mit der politischen Korrektur ist nicht nur Glaubwürdigkeit in Brüssel und Berlin verloren gegangen. Auch diejenigen, die intern für Nachhaltigkeit einstehen, haben einen Teil ihrer Argumentationsbasis eingebüßt. Wie soll man nach Jahren des Aufbaus erklären, warum Ressourcen nun wieder umgeschichtet werden, warum Unsicherheit herrscht, ob welche Pflichten wann und wie kommen? Die Anschlussfragen liegen auf der Hand: Was passiert mit der deutschen Umsetzung der CSRD? Was ist mit der EUDR, die erneut verschoben wird? Wird das Ganze irgendwann einfach leise beerdigt?

Das Ergebnis: Nachhaltigkeit hat eine ordentliche Delle. Und sie ist nicht nur kommunikativ, sondern kulturell.

Wenn Nachhaltigkeit drei Jahre lang als bürokratisches Monster durchs Dorf getrieben wird, darf man sich nicht wundern, wenn viele Mitarbeitende beim Thema inzwischen innerlich abwinken. Aus einem Transformationsprojekt ist eine Compliance-Chiffre geworden. Aus einem Zukunftsthema wurde ein weiteres Regulierungsfeld, das man „irgendwie erledigen“ muss – bis die nächste politische Wendung kommt.

Genau hier beginnt für mich die eigentliche Diskussion und die ist eigentlich auch nicht neu – in den inzwischen beinahe 20 Jahren in dem Thema ist mir dieses Dilemma immer wieder begegnet.

Denn kein Gesetz der Welt kann Nachhaltigkeit zu dem machen, was sie im Kern sein muss: eine strategische, wertebasierte Aufgabe. Recht setzt Grenzen, schafft Mindeststandards, definiert rote Linien. Das ist wichtig, notwendig und im besten Fall hilfreich. Aber Recht erzeugt keine innere Haltung. Es ersetzt keine unternehmerische Verantwortung. Und es befreit niemanden von der Frage, wofür ein Unternehmen im Kern da ist und wie es seine Wertschöpfung so gestaltet, dass sie auch in zehn oder zwanzig Jahren noch trägt.

Wenn Nachhaltigkeit primär als Erfüllung von Berichtspflichten verstanden wird, ist sie schon verloren.

Ein Unternehmen, das seine Lieferkette nur deshalb anschaut, weil es einen „Due-Diligence-Haken“ braucht, verschenkt genau den Mehrwert, den ein gutes Lieferkettenmanagement haben könnte: Risikominimierung, Resilienz, bessere Beziehungen zu Partnern, eine stabilere Versorgung, neue Innovationschancen. Wenn Klimarisiken, Menschenrechte oder Biodiversität nur in Excel auftauchen, nicht aber im Geschäftsmodell, in der Produktentwicklung, in der Standortstrategie, dann ist das nicht Nachhaltigkeitsmanagement – das ist Verwaltungsroutine mit ESG-Etikett.

Hier liegt der eigentliche Schaden des ganzen Prozesses:

Nicht, dass Regeln vereinfacht und Schwellen angepasst wurden – darüber kann man sachlich streiten. Sondern, dass in der öffentlichen Wahrnehmung der Eindruck entstanden ist: „Nachhaltigkeit war überzogen, ideologisch, praxisfern – und jetzt wird der Spuk zum Glück zurückgefahren.“ Dieser Frame ist fatal. Er frisst sich in die Unternehmenskulturen, in die Köpfe derer, die ohnehin skeptisch waren. Und er ermutigt alle, die lieber im alten Modus weitermachen würden.

Als Christ und jemand, der mit der Soziallehre der Kirche arbeitet, sehe ich darin ein tieferes Problem.

Die katholische Soziallehre erinnert uns daran, dass Verantwortung nicht mit der Frage beginnt, was rechtlich gerade verlangt wird, sondern mit der Frage, was dem Menschen dient. Menschenwürde, Solidarität, Subsidiarität, Gerechtigkeit – das sind keine hübschen Ergänzungen für Sonntagsreden, sondern Leitlinien für unternehmerisches Handeln. Und sie gelten unabhängig davon, ob es eine CSRD, eine CS3D oder eine EUDR gibt.

Menschenwürde bedeutet: Ich darf nicht wegschauen, wenn entlang meiner Wertschöpfungskette Menschen unter prekären Bedingungen, ohne Arbeitsschutz oder unter Verletzung grundlegender Rechte arbeiten – auch dann nicht, wenn mich aktuell kein Paragraf dazu zwingt, genauer hinzusehen.

Solidarität bedeutet: Die Kosten ökologischer und sozialer Schäden nicht auf andere abzuwälzen – auf andere Länder, andere Generationen oder unsichtbare „Stakeholder“, die sich nicht wehren können.

Subsidiarität bedeutet: Verantwortung dort wahrzunehmen, wo ich tatsächlich Einfluss habe. Es reicht nicht, nach Brüssel zu zeigen und zu sagen: „Solange es keine klare Vorgabe gibt, können wir leider nichts tun.“ Unternehmen haben Handlungsspielräume, oft deutlich mehr, als sie zugeben.

Und Gerechtigkeit schließlich bedeutet, Verteilungskonflikte nicht zu romantisieren, sondern bewusst und fair auszuhandeln: Wer trägt welche Lasten, wer profitiert, wer wird systematisch ausgeschlossen?

Dass drei Jahre Regulierungs-Hickhack diese Fragen überlagert haben, ist tragisch.

Aber es muss nicht das letzte Wort sein. Die ökologische Realität wird dafür sorgen, dass das Thema zurückkehrt – Klimafolgen, Ressourcenknappheit, demographischer Wandel machen vor politischen Stimmungswechseln keinen Halt. Die Frage ist nur, in welcher Verfassung die Unternehmen dann sind: erschöpft von Berichtszyklen und Vertrauenserosion – oder gereift durch eine eigene, strategische Nachhaltigkeitsagenda, die über Compliance hinausgeht.

Vielleicht liegt genau hier die Chance in diesem Backlash.

Wenn der große Regulierungsanlauf sichtbar ins Schlingern geraten ist, könnte das ein Moment der Ehrlichkeit sein. Unternehmen können sich fragen: Was würden wir tun, wenn es all diese Richtlinien nicht gäbe – aus nüchterner unternehmerischer Vernunft und aus unserem eigenen Werteverständnis heraus? Welche Kennzahlen würden wir dann wirklich brauchen? Welche Lieferantenbeziehungen würden wir anders gestalten? Welche Produkte und Geschäftsmodelle würden wir bewusst umbauen oder aufgeben?

Nachhaltigkeit wird nur dann zu einem Zukunftsthema, wenn wir sie aus dem Schatten der Angst vor Sanktionen herausholen. Wenn sie verbunden wird mit der Frage nach der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit, der Resilienz von Geschäftsmodellen – und mit der schlichten Einsicht, dass Menschen, Umwelt und Märkte zusammengehören. Das ist weniger spektakulär als die großen Schlagzeilen über neue EU-Pakete. Aber es ist die stillere, tiefere Arbeit, die bleiben wird, wenn die nächste regulatorische Welle wieder kommt – und wieder abebbt.

Vielleicht ist das der Punkt, an dem wir neu ansetzen sollten:

Weniger Aufgeregtheit um Schwellenwerte, mehr ruhige Klarheit darüber, wofür Unternehmen Verantwortung tragen. Recht kann uns daran erinnern. Aber es kann uns diese Verantwortung nicht abnehmen.

Und vor allem muss klar werden, was die Unternehmen am Ende davon haben, weshalb es auch wirtschaftlich klug ist und auch ein ehrlicher Blick darauf, was aber eben auch keinen Sinn macht. Das gilt für persönliche Nachhaltigkeit, wie die von Unternehmen und auch für die nationale und Eu-Weite Strategie. Hier hatten wir zuviel Ideologie, Sprech- und Denkverbote.

Auf ein Neues!

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Vortrag beim 2. Lieferanten-Forum der Genossenschaft Deutscher Brunnen in Frankfurt am Main – Twin Transformation: Klimaschutz und Digitalisierung in den Lieferketten

Am 5. Juni 2025 war ich zu Gast beim 2. Lieferanten-Forum der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) in Frankfurt. Dort durfte ich vor zahlreichen Vertretern der Getränkebranche einen Vortrag über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Digitalisierung halten. Die Veranstaltung stand unter dem Leitgedanken „Twin Transformation: Klimaschutz und Digitalisierung in den Lieferketten“ und bot eine hervorragende Gelegenheit, über die Zukunft der Branche im Spannungsfeld zwischen regulatorischen Anforderungen, gesellschaftlichen Erwartungen und unternehmerischer Verantwortung zu diskutieren.

Im Mittelpunkt meines Vortrags stand die Frage, wie Unternehmen der Getränkewirtschaft Nachhaltigkeit glaubwürdig in ihre Markenführung und Unternehmensstrategie integrieren können. Ich erläuterte die neuesten regulatorischen Entwicklungen auf europäischer Ebene, darunter die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) sowie die Green Claims Directive. Dabei zeigte ich auf, welche Herausforderungen und Chancen sich aus der „Stop-the-Clock“-Richtlinie und dem Omnibus-Paket ergeben. Gerade für mittelständische Unternehmen in der Getränkebranche bedeutet die Umsetzung dieser Regulierungen eine anspruchsvolle Aufgabe, die jedoch zugleich eine große Chance bietet, sich durch nachhaltiges Handeln und transparente Kommunikation im Markt zu positionieren.

Ein weiterer Schwerpunkt meines Vortrags war das veränderte Konsumverhalten im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Eine Vielzahl von Studien belegen, dass Nachhaltigkeit für Verbraucher ein wichtiges Thema bleibt. Dennoch besteht eine deutliche Kluft zwischen dem Wunsch nach nachhaltigen Produkten und dem tatsächlichen Kaufverhalten – eine sogenannte Value-Action-Gap. Für Unternehmen bedeutet dies, dass nachhaltige Lösungen nicht nur vorhanden sein müssen, sondern auch so kommuniziert werden müssen, dass sie glaubwürdig und relevant für die Konsument:innen sind. Ich betonte, dass die Marke dabei als Vertrauensanker dient und eine zentrale Rolle spielt, wenn es darum geht, Orientierung in einem komplexen Informationsumfeld zu bieten.

Besonders wichtig ist es, Nachhaltigkeit nicht isoliert als Marketingbotschaft zu verstehen, sondern sie eng mit Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und echter Wirkung zu verknüpfen. In diesem Zusammenhang stellte ich das Scope-Modell zur nachhaltigen Markenführung vor. Dieses Modell zeigt auf, wie Unternehmen Nachhaltigkeit auf vier Ebenen wirksam umsetzen können: in ihrer Performance, in der Zusammenarbeit mit Partnern, in der Beziehung zu ihren Kund:innen und im gesellschaftlichen Kontext. Nur wenn alle diese Ebenen ineinandergreifen, kann eine nachhaltige Markenführung gelingen, die Vertrauen schafft und echten Impact erzielt.

Ich danke der GDB, insbesondere Tobias Bielenstein für die Einladung und allen Teilnehmenden für den intensiven und wertvollen Austausch. Wer mehr über meine Arbeit rund um nachhaltige Markenführung, regulatorische Anforderungen und den Wandel im Konsumverhalten erfahren möchte, findet weitere Informationen hier meiner Webseite

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Dr. Meike Gebhard zu Gast im Podcast-Interview zum Thema Nachhaltigkeits-Kommunikation

Aktuell: Sie brauchen Unterstützung, Feedback oder Coaching zur #CSRD und den #ESRS? Buchen Sie eines meiner Seminare oder kontaktieren Sie mich für Beratung.

In der neuesten Folge meines Podcast“Wandel & Wirkung – Nachhaltige Transformation für Management und Kommunikation“ ist Dr. Meike Gebhard mein Gast. Sie ist Geschäftsführerin der Internetplattform Utopia.de und des Beratungsunternehmens Utopia Values sowie Gründerin der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Agentur below1. 

Dr. Meike Gebhard

Meike ist eine der führenden Expertinnen zum Thema Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitskommunikation und hat in den letzten Jahren Utopia.de zu einer der führenden deutschen Plattformen für Nachhaltigkeitsinformationen gemacht. Nur wenige haben so tiefe Einblicke in die Entwicklung des Themas Nachhaltigkeit und die Besonderheiten und Anforderungen an gelungene verbraucherorientierte Nachhaltigkeitskommunikation.

Wir unterhalten uns in dieser Folge über: 

– Die Entwicklung und Veränderungen in der Nachhaltigkeitskommunikation in den letzten Jahren

– Die besonderen Regeln und Anforderungen an Nachhaltigkeitskommunikation

– Wie Nachhaltigkeit glaubwürdig kommuniziert werden kann

– Ob Nachhaltigkeit überhaupt noch ein USP sein kann

– Wie man Nachhaltigkeit sinnvoll in eine Marke integrieren kann

– Wie läßt sich der mit Nachhaltigkeit verbundene Change sinnvoll kommunizieren

– Ihre Einschätzung zur aktuellen EU-Regulierung wie der #CSRD, #ESRS, #GreenClaims

Vielen Dank fürs Zuhören, sollten Sie weitere Fragen zu den Themen haben oder Schulung und Beratung für Ihre Nachhaltige Transformation benötigen, freue mich über Ihre Mail.

Folge 11: Jonas Spitra, Schott AG & Falko Müller, Sustainable AG im Gespräch Wandel & Wirkung – Kultur, Strategie, Führung & Kommunikation

In dieser Folge habe ich mit Jonas Spitra, Head of Sustainability Communication bei dem Spezialglashersteller Schott AG und Falko Müller, Berater bei der Sustainable AG gesprochen. Beide arbeiten gemeinsam seit mehreren Jahren gemeinsam an Projekten für den Mainzer Konzern. Eine sehr spannende Folge. Aus meiner Sicht gehört das was Schott im Bereich Nachhaltigkeit leistet sowohl im Managment als auch in der Kommunikation zum Feinsten, was wir in Deutschland zu bieten haben. Viel Spass beim Zuhören.
  1. Folge 11: Jonas Spitra, Schott AG & Falko Müller, Sustainable AG im Gespräch
  2. Folge 10: Nadine Schiller – WAGO Gruppe
  3. Folge 9: Haltungskommunikation – Ein Einspruch
  4. Folge 8: Bewahrung der Schöpfung – Christliche Perspektiven auf Umwelt – und Klimaschutz zwischen Panik & Hoffnung
  5. Folge 7: Prof.Dr. Jan Dirk Kemming über Apples Mother Nature Spot und Markenkommunikation & Nachhaltigkeit
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6. DAPR Intensivtraining Expert*in Nachhaltigkeitskommunikation

Es freut mich außerordentlich, dass im Mai, genauer am 04.05. – 05.05.2023 & 11.05. – 12.05.2023 das inzwischen 6. Intensivtraining Expert*in Nachhaltigkeitskommunikation startet.

An insgesamt 4 Tagen erwartet die Teilnehmer ein anspruchsvoller DeepDive in die Welt der Nachhaltigkeitskommunikation. Dabei geht es natürlich auch um die aktuellen Themen wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die European Sustainability Reporting Standards (ESRS), sondern um wesentlich mehr.

Wir schauen zunächst einmal ausführlich auf die Besonderheiten, Spannungsfelder und Trends im Bereich Nachhaltigkeit, wie auch aktuelle Trends, die massiven Einfluss auf die Kommunikation von Nachhaltigkeit haben, bspw. die intensiven Protestbewegungen wie die der „Letzten Generation“, aber auch diverse andere Dilemmata und deren Kommunikation.

Dann widmen wir uns den speziellen Herausforderungen der Nachhaltigkeitskommunikation, die keineswegs nur positiv oder einfach sind, so positiv und notwendig Nachhaltigkeit selbst ist.

Dann geht es weiter mit der Verankerung von Nachhaltigkeit in der Unternehmenskultur und der Marke eines Unternehmens und natürlich dem Storytelling in der nachhaltigen Markenführung.

Beim Thema Reporting schauen wir neben der erwähnten Neuerungen rund um die CSRD auch auf die anderen etablierten Standards im Nachhaltigkeitsmanagement und Nachhaltigkeitsreporting, wie die Global Reporting Initiative (GRI), dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), dem Global Compact oder auch der ISO26000 etc.

Außerdem werden wir uns mit den Herausforderungen der digitalen Kommunikation bspw. in Social Media befassen und der oft sehr herausfordernden Change- und Innovationskommunikation, die sich vor allem nach Innen an die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wendet. Ohne eine Transformation des gesamten Unternehmens und damit auch Aktivierung der Belegschaft kann Nachhaltigkeit nicht gelingen.

Abgerundet werden die Tage durch viel Diskussion, kollegiales Coaching und Gruppenübungen. An Ende stehen nicht nur vier Tage wirklich intensiver Input, sondern bisher auch immer eine aktive und sehr nette Vernetzung der Teilnehmenden.

Es lohnt sich also – zumal an Ende ja auch Zertifizierung als Expert*In Nachhaltigkeitskommunikation winkt.

Zu mehr Infos und zur Buchung des Seminars geht es hier:

https://www.dapr.de/nachhaltigkeit/#

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AK-Treffen zur Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

Am 16.03.23 haben wir mit dem Arbeitskreis Nachhaltigkeitskommunikation und CSR (DPRG/DNWE) ein spannendes Treffen in Frankfurt am Main, gemeinsam mit Targetik/WoltersKluwer zur neuen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) organisiert. Anbei die Meldung zum Event.

Neue Partnerschaften sind gefragt

Auf Einladung von Wolters Kluwer CCH Tagetik tagte der AK in 185 Metern Höhe mit Blick auf die Skyline von Frankfurt und vertiefte an diesem Abend einen Schwerpunkt des letztjährigen CSR-Kommunikationskongresses: die neuen EU-Anforderungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).
 
Die gut 50 Teilnehmer*innen konnten dank des fachlichen Inputs von Jörg Plass und Serge Klein von CCH Tagetik, Professor Johannes Wirth vom Umwelt-Campus Birkenfeld und Thomas Hajduk, Nachhaltigkeitsmanager von Vorwerk, einen hervorragenden Überblick in das komplexe Thema gewinnen und anschließend im Gespräch mit den Experten vertiefen. Dabei ging es unter anderem um Fragen, wie Nachhaltigkeitsmanagement und Unternehmenskommunikation vor dem Hintergrund des EU-Green Deals und der Sustainable Finance Bewegung erfolgreich aufzustellen sind, und wie die damit verbundenen Prozesse professionell organisiert und gesteuert werden können.
 
Besonders wichtig: Nachhaltigkeitskommunikation und -steuerung brauchen mehr denn je Daten, die verlässlich (prüfbar), zeitnah und über die gesamte Unternehmensstruktur einheitlich verfügbar sind. Dabei müssen die häufig noch getrennten Abteilungen eines Unternehmens Controlling, Finanzwirtschaft, Risikomanagement, IT, Nachhaltigkeitsmanagement und Unternehmenskommunikation eng zusammenarbeiten und neue Formen der Kooperation finden.
 
Die Erkenntnis: Es kann nur gemeinsam gelingen, dem Regelungs-Tsunami, der durch Taxonomie, CSRD und andere Gesetzeswerke, der auf die Unternehmen zurollt, den Schrecken zu nehmen und dem eigentlichen Ziel zu folgen, zur nachhaltigen Transformation der Wirtschaft beizutragen, betonten die Referenten unisono.
 
IT-Tools können hierbei eine wichtige Rolle in der Strukturierung der Prozesse spielen, wobei im Auswahlprozess besonderes Augenmerk auf die jeweiligen Stärken und Schwächen der Softwarelösungen zu legen ist, ergänzten Plass und Hajduk.
 
In Bericht aus der Unternehmenspraxis schilderte Thomas Hajduk (Leiter Nachhaltigkeit, Vorwerk) plastisch die Herausforderungen, mit denen Nachhaltigkeitsmanager momentan zu kämpfen hätten: hohe Komplexität der Berichtsanforderungen, extremer Zeitdruck, hohe Granularität der Daten, begrenzte Kapazitäten und Expertise, hohe Erwartungen des Kapitalmarktes und eine Reihe von unseriösen Beratungsangeboten im Markt.
 
Seine Empfehlungen für die anwesenden Kolleginnen und Kollegen war daher, sich auf die für das Unternehmen wirklich wesentlichen Aspekte der Nachhaltigkeit zu konzentrieren und der Klimaberichterstattung zunächst den Vorrang einzuräumen. Mit den Worten: „selber lesen und denken – es lohnt sich!“ empfahl er, auch in den unternehmensinternen Know-how Aufbau zu investieren und vor allen Dingen keine Zeit mehr zu verlieren, sich mit der Nachhaltigkeitssteuerung und dem -berichtswesen zu beschäftigen.
 
Den Abschluss fand das Treffen mit viel Gelegenheit zum Networking bei einem Flying Buffet und einem tollen Blick auf das inzwischen abendlich erleuchtete Frankfurt. „Toll war auch die Tatsache, dass wir nicht nur von Kooperation redeten, sondern mit Teilnehmern aus allen genannten Unternehmensbereichen genau den erforderlichen Austausch auf den Weg bringen konnten“, resümierte Riccardo Wagner, Leiter des Arbeitskreises Nachhaltigkeitskommunikation.
 
Das nächste Treffen des Arbeitskreises ist für den 25. Mai in Köln zum Thema „Green Claims“ geplant. Die genauen Daten werden zeitnah bekannt gegeben.